Barefoot - Warum pferdegerecht?

Wie man auf seinem Pferd sitzt, ist nicht nur durch den Pferderücken vorbestimmt, sondern ebensfalls durch den Sitz des Reiters und die Passform des Sattels. Allgemein ist bekannt: Nur ein entspanntes Pferd kann loslassen. Losgelassenheit ist ein wichtiger Schritt in der Ausbildung des Pferdes, wenn nicht sogar DER wichtigste Schritt!

Losgelassenheit erreicht man zunächst - und da wird jeder gut ausgebildete Trainer zustimmen - durch Entspannung.

Entspannung aber benötigt zwei Faktoren:

1. psychische Entspannung

2. Entspannung der Physis = Muskulatur.


Ein Pferd welches sich unter seinem Sattel nicht entspannen kann, kann nicht loslassen. Damit sind alle weiteren Ziele der Ausbildungsskala nicht zu erreichen, denn Anlehnung, Schwung, Geraderichtung, Versammlung folgen der Losgelassenheit.



Ein Pferd kann sich unter dem flexiblen Barefoot Sattel frei von Druck bewegen, denn der Sattel bewegt sich mit der Muskelbewegung des Pferdes mit, lässt Durchblutung zu, lässt Muskulaturaufbau zu und lässt Entspannung zu.

                                                                                                                      Der Barefoot-Sattel ist flexibel in drei Dimensionen

Pferde schnauben oft zufrieden ab, wenn sie das erste Mal mit einem Barefoot Sattel geritten werden - ein deutliches Zeichen der Entspannung und des Wohlbefindens und damit wird die Aufnahmebereitschaft für Reiterhilfen ohne Störung durch Verspannung oder Druck möglich.

Pferde bemerken sofort die Veränderung, der Kopf bewegt sich abwärts, weil die Schulter nicht eingezwängt wird. Der Rücken bewegt sich aufwärts, wölbt sich also nach oben, weil hier kein Sattel stört, sondern Bewegung zugelassen wird. Die Hinterhand tritt stärker unter, weil der Rücken sich naturnah bewegen kann, ohne durch den Sattel eingeschränkt zu werden.

Diese Fotos zeigen dasselbe Pferd lediglich mit unterschiedlicher Kopfhaltung:



Während des Reitens ist der Pferderücken ständig in Bewegung und formt sich unterschiedlich, je nach Grad der Versammlung, Biegung und Neigung.

Geht ein Pferd mit erhobenem Kopf, zeigt der Rücken anatomisch bedingt eine stärkere Senke - der Rücken "senkt" sich nach unten. Das Pferd drückt den Rücken weg. Die Wirbelkörber der Wirbelsäule verschränken sich, echte Biegung ist so nicht möglich und die Durchblutung gestört.

Geht ein Pferd stattdessen mit tief eingestelltem Kopf vorwärts abwärts, verändert sich diese Kurve, der Rücken wird aufgewölbt und die Wirbelsäule spannt einen Bogen nach oben. Dieser Ablauf ist bei jedem Pferd/Pony zu beobachten, denn er ist biomechanisch bedingt durch das lange Nackenband/Rückenband, welches das Hinterhauptbein bis hin zu den Lendenwirbeln verbindet in Kombination mit der Arbeit der Rücken- und Bauchmuskulatur.
Der dadurch hervorgerufene "Höhenunterschied" des Pferderückens ist deutlich sichtbar und liegt je nach Pferd oft bei mehr als 5 cm.

 

Die meisten Sättel sind damit zu unflexibel, um diesen Unterschied auszugleichen. Der flexible Barefoot aber kann sich jederzeit der Rückenlinie des Pferdes und deren Veränderungen anpassen.